Am 4. Oktober 2025 stirbt ein sechsjähriger Junge auf den S-Bahn-Gleisen in Hamburg-Wilhelmsburg. Er hatte Down-Syndrom, war als vermisst gemeldet und lief allein durch das Stadtgebiet. Die Frage, wie er auf die Gleise kam, blieb zunächst offen.
Es war eine Passantin, die an diesem Samstagnachmittag den Notruf absetzte. Beim Überqueren der Fußgängerbrücke an der Brackstraße in Hamburg-Wilhelmsburg sah sie um 17:25 Uhr ein lebloses Kind im Gleisbett der S-Bahn liegen. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei trafen innerhalb von Minuten ein. Reanimationsmaßnahmen wurden sofort eingeleitet. Sie blieben ohne Erfolg.
Der Junge war sechs Jahre alt. Er starb noch am Unfallort. Bundespolizeisprecher Waldemar Lieder bestätigte den Tod.
Was an diesem Nachmittag passierte
- Nachmittag Der Junge läuft weg. Laut Familienangehörigen verließ er das Zuhause, etwa 200 bis 300 Meter von der späteren Unfallstelle entfernt. Die Polizei führte bereits eine Personensuche nach ihm durch.
- 17:25 Uhr Passantin findet ihn leblos. Eine Frau überquert die Fußgängerbrücke Brackstraße, sieht das Kind im Gleisbett und alarmiert die Polizei.
- Kurz danach Reanimation scheitert. Einsatzkräfte können dem Jungen nicht mehr helfen. Er erliegt noch vor Ort seinen Verletzungen.
- Parallel Vermisstenmeldung geht ein. Die Beschreibung des gemeldeten Kindes stimmt mit dem toten Jungen auf den Gleisen überein. Es ist dasselbe Kind.
- Abends Ermittlungen laufen an. Kriminaldauerdienst (LKA 26) und Todesermittlungsspezialisten (LKA 414) übernehmen. Ein Personenspürhund wird eingesetzt. Mehrere Züge im Bereich Harburg werden überprüft.
Wie kam das Kind auf die Gleise?
Das ist die Frage, auf die die Ermittler keine schnelle Antwort hatten. Nach ersten Angaben soll der Junge möglicherweise durch Lärmschutzwände auf die Gleise gelangt sein. Gleichzeitig untersuchte die Polizei, ob er von der nahe gelegenen Fußgängerbrücke in der Brackstraße gefürzt ist.
Zunächst wurde vermutet, eine S-Bahn habe das Kind erfasst. Die Bundespolizei stoppte daraufhin mehrere Züge im Bereich Harburg und Harburg Rathaus und überprüfte diese. Ein eindeutiger Nachweis, welche S-Bahn das Kind möglicherweise erfasst haben könnte, ergab sich dabei nicht.
Eingesetzte Kräfte am Unfallort
- Bundespolizei sicherte den Bereich und überprüfte Züge im Raum Harburg
- Kriminaldauerdienst LKA 26 übernahm die ersten Ermittlungen vor Ort
- LKA 414 (Spezialisten für Todesermittlungen) wurde hinzugezogen
- Personenspürhund der Polizei Hamburg war im Einsatz
- Kriseninterventionsteam des DRK betreute die Angehörigen psychosozial
Der S-Bahn-Verkehr zwischen Wilhelmsburg und Harburg wurde für mehrere Stunden vollständig eingestellt. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.
Kind mit Down-Syndrom, bereits seit dem Nachmittag gesucht
Laut Familienangehörigen litt der Junge am Down-Syndrom. Er war bereits am frühen Nachmittag von zu Hause weggelaufen. Die Polizei hatte eine Personensuche eingeleitet, bevor der Notruf um 17:25 Uhr einging. Wie NDR berichtete, soll er eine geistige Beeinträchtigung gehabt haben.
Ermittlungsstand
Offizielle Mitteilung · Polizei Hamburg, 6. Oktober 2025
„Nach derzeitigem Ermittlungsstand wird von einem Unfallgeschehen ausgegangen. Die Ermittlungen dauern an.”Polizei Hamburg, Presseportal.de, 6. Oktober 2025
Wie genau der Junge auf die S-Bahn-Gleise in Wilhelmsburg gelangte und ob eine S-Bahn ihn erfasst hat, war zum Zeitpunkt dieser Berichterstattung nicht abschließend geklärt. Der Name des Kindes wurde aus Rücksicht auf die Familie nicht veröffentlicht.
Der Wilhelmsburg Unfall am Bahngleis vom 4. Oktober 2025 ist kein isolierter Fall. Er stellt die Frage, wie Kinder überhaupt ungehindert an Gleisbereiche gelangen können. Ein sechsjähriger Junge mit Down-Syndrom lief am Nachmittag allein durch ein Stadtgebiet, gelangte auf aktive S-Bahn-Gleise und starb dort. Die Polizei ermittelt. Die Antworten fehlen noch.

