Götz George, einer der bekanntesten deutschen Schauspieler und vor allem als Tatort-Kommissar Horst Schimanski bekannt, starb am 19. Juni 2016 im Alter von 77 Jahren in Hamburg. Im Zusammenhang mit seinem Tod kursiert bis heute der Begriff Götz George Bauchspeicheldrüsenkrebs in zahlreichen Quellen, obwohl seine Familie und sein Management die genaue Todesursache nie öffentlich bestätigt haben. Offiziell teilte seine Agentin lediglich mit, dass er nach kurzer Krankheit verstorben sei.
Auf einen Blick
| Voller Name | Götz George |
|---|---|
| Geboren | 23. Juli 1938, Berlin-Wannsee |
| Gestorben | 19. Juni 2016, Hamburg (Alter 77) |
| Eltern | Heinrich George & Berta Drews (beide Schauspieler) |
| Bekannteste Rolle | Horst Schimanski, Tatort (WDR, 1981–1991) |
| Ehefrauen | Loni von Friedl (1966–1976), Marika Ullrich (2014–2016) |
| Kinder | Tochter Tanja (aus erster Ehe) |
| Offizielle Todesursache | „Kurze Krankheit” (Agentin, via dpa, Juni 2016) |
| Bauchspeicheldrüsenkrebs bestätigt? | Nein — nie offiziell bestätigt |
⚠ Faktencheck
Weder die Familie noch das Management haben Bauchspeicheldrüsenkrebs je als Todesursache bestätigt. Die Bild-Zeitung berichtete kurz nach seinem Tod von einer Krebserkrankung, nannte aber keine Krebsart. Alle Seiten, die Pankreaskrebs als gesicherte Diagnose darstellen, berufen sich auf keine belegbare Primärquelle.
Wer Götz George war
Götz George wurde am 23. Juli 1938 als Sohn des Schauspielerpaars Heinrich George und Berta Drews in Berlin-Wannsee geboren. Sein Vater galt als einer der bedeutendsten deutschen Bühnendarsteller seiner Zeit, arbeitete aber während des Nationalsozialismus mit dem Regime zusammen und starb 1946 im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen. Diese Familiengeschichte begleitete Götz George sein Leben lang, auch wenn er in der Öffentlichkeit selten darüber sprach.
Er debütierte 1950 auf der Berliner Bühne, absolvierte von 1955 bis 1958 das UFA-Nachwuchsstudio und arbeitete anschließend unter Regisseur Heinz Hilpert am Deutschen Theater Göttingen. Seinen Filmdurchbruch hatte er 1959 mit Jacqueline, für den er den Bundesfilmpreis und den Preis der deutschen Filmkritik erhielt. Schließlich übernahm er 1981 die Rolle des Duisburger Kommissars Horst Schimanski im Tatort, die ihn zur Kultfigur des deutschen Fernsehens machen würde.
Karriere im Überblick
- 1950
Bühnendebüt in Berlin in William Saroyans My Heart’s in the Highlands.
- 1953
Filmdebüt neben Romy Schneider in Wenn der weiße Flieder wieder blüht.
- 1955–1958
Schauspielausbildung am UFA-Nachwuchsstudio in Berlin.
- 1959
Durchbruch mit Jacqueline. Bundesfilmpreis und Preis der deutschen Filmkritik.
- 1962
Erste Karl-May-Verfilmung: Der Schatz im Silbersee. Erster Bambi als beliebtester Schauspieler.
- 1977
Aus einem deutschen Leben: George spielt KZ-Kommandant Franz Lang, modelliert nach Rudolf Höß.
- 1981
Erster Schimanski-Tatort (WDR) und Hauptrolle in Büchners Dantons Tod bei den Salzburger Festspielen, nach eigener Aussage seine bedeutendste Theaterarbeit.
- 1981–1991
29 Schimanski-Folgen im Tatort (WDR). Bambi 1984 und 1987.
- 1995
Der Totmacher: George als Serienmörder Fritz Haarmann. International ausgezeichnet.
- 2012
Letzter Kinofilm: Zettl. Danach weitgehender Rückzug aus der Öffentlichkeit.
- 19. Juni 2016
Tod in Hamburg. Beisetzung im engsten Familienkreis, öffentliche Bekanntgabe erst eine Woche später.
Der Tod und das Schweigen der Familie
George heiratete 2014 Marika Ullrich, zwei Jahre vor seinem Tod. In seinen letzten Stunden war seine Frau Marika bei ihm sowie seine Tochter Tanja aus erster Ehe mit Loni von Friedl. Dennoch blieb nach der Beisetzung im engsten Kreis alles still: kein Statement, keine Angabe zum Krankheitsverlauf, kein öffentlicher Abschied. Auch über Götz George Bauchspeicheldrüsenkrebs als mögliche Todesursache verlor die Familie kein Wort.
Das entsprach allerdings seiner gesamten Lebensführung. George gab kaum Interviews über Privates, sprach öffentlich nie über seine Gesundheit und hielt alles, was nicht zur Rolle gehörte, konsequent aus der Öffentlichkeit heraus. Zudem erfuhr die Öffentlichkeit überhaupt erst am 26. Juni 2016 von seinem Tod, sieben Tage nach dem Tod selbst.
Wie das Gerücht um Götz George Bauchspeicheldrüsenkrebs entstand
Kurz nach seinem Tod berichtete die Bild-Zeitung, George habe an Krebs gelitten. Eine Krebsart nannte das Blatt allerdings nicht. Kein anderes Medium konnte diese Angabe verifizieren oder präzisieren. Von dort aus füllte das Internet das Vakuum selbst: Hunderte Texte schrieben Götz George Bauchspeicheldrüsenkrebs als Diagnose fest, ohne sich auf eine einzige belegbare Quelle zu berufen.
Pankreaskrebs klingt nach raschem, unaufhaltsamem Verlauf und passt daher scheinbar gut zu einem Tod, der völlig unangekündigt kam. So wurde der Begriff im Netz eingängig. Belegt ist er dennoch nicht.
📋 Einordnung
Die einzige offizielle Aussage zur Todesursache stammt von Georges Agentin: Tod nach „kurzer Krankheit”, via dpa, Ende Juni 2016. Das Boulevardblatt Bild nannte zwar Krebs, jedoch ohne jede Spezifizierung. Bis heute hat die Familie keine Diagnose veröffentlicht. Götz George Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt daher journalistisch als nicht bestätigt.
Was das Pankreaskarzinom ist
Unabhängig von Georges Fall gehört Bauchspeicheldrüsenkrebs zu den gefährlichsten Krebsdiagnosen überhaupt, vor allem weil das Organ tief im Bauchraum liegt und frühe Tumore kaum spürbare Beschwerden verursachen. Die meisten Fälle werden daher erst erkannt, wenn der Tumor bereits fortgeschritten ist oder gestreut hat.
ℹ Pankreaskarzinom: Medizinische Einordnung
- Die Bauchspeicheldrüse liegt tief im Bauchraum, hinter dem Magen. Frühe Tumore verursachen kaum Druck oder Schmerzen.
- Typische Beschwerden: Gewichtsverlust, Oberbauchschmerzen, Gelbsucht, Verdauungsprobleme.
- Über 80 Prozent der Fälle werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt.
- Bekannte Risikofaktoren: Rauchen, chronische Pankreatitis, Diabetes mellitus, familiäre Vorbelastung.
- Therapieoptionen: Operation (nur in frühen Stadien möglich), Chemotherapie, zielgerichtete Therapien, palliative Versorgung.
- In Deutschland jährlich rund20.000 Neuerkrankungenlaut Deutscher Krebsgesellschaft.
Häufige Fragen zu Götz George
Wo ist Götz George begraben?
Götz George wurde auf dem Friedhof Zehlendorf in Berlin beigesetzt. Die Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt, ohne öffentliche Ankündigung und noch bevor sein Tod öffentlich bekannt gegeben wurde.
Wer hat Götz Georges Tod öffentlich bekannt gegeben?
Die Bekanntgabe erfolgte durch seine Agentin über die Deutsche Presseagentur (dpa) am 26. Juni 2016, also sieben Tage nach dem Tod am 19. Juni. George war zu diesem Zeitpunkt bereits beerdigt.
War Götz George auch international bekannt?
George war vor allem im deutschsprachigen Raum ein Star. International wurde er durch Auszeichnungen auf Filmfestivals bekannt, unter anderem für seine Rolle in Der Totmacher (1995), der auf internationalen Festivals gezeigt wurde. In Hollywood-Produktionen war er nicht tätig.
Hat Götz George außer Schimanski noch andere bekannte Rollen gespielt?
Ja. George spielte unter anderem den KZ-Kommandanten Franz Lang in Aus einem deutschen Leben (1977), den Serienmörder Fritz Haarmann in Der Totmacher (1995) und hatte Hauptrollen in Schtonk! (1992) und Rossini (1997). Er galt als einer der vielseitigsten Charakterdarsteller des deutschen Films.
Welche anderen prominenten Persönlichkeiten sind an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben?
Zu den bekannten Persönlichkeiten, bei denen Pankreaskrebs offiziell als Todesursache bestätigt wurde, gehören der Apple-Gründer Steve Jobs (gestorben 2011) und der Schriftsteller Patrick O’Brian. Bei Götz George wurde diese Diagnose, wie im Artikel dargelegt, nie offiziell bestätigt.
Was von Götz George bleibt
Götz George spielte von 1950 bis 2012, über sechs Jahrzehnte auf Bühnen und vor Kameras. Er verkörperte dabei Massenmörder, KZ-Kommandanten, Kleinkriminelle und Aussteiger mit einer Präzision, die viele Kollegen offen bewunderten. Schimanski machte ihn unsterblich, aber nach eigener Aussage war die Hauptrolle in Büchners Dantons Tod bei den Salzburger Festspielen 1981 sein größter Theatermoment.
Ob Götz George Bauchspeicheldrüsenkrebs tatsächlich hatte, weiß die Öffentlichkeit bis heute nicht. Seine Familie hat dazu geschwiegen, und das entsprach seiner Haltung bis zum Ende: Was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, blieb privat. Auch der eigene Tod.

